Wie kann man die Haltung eines Kindes verbessern?

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Haltungsschäden bei Kindern häufiger in hochentwickelten Ländern auftreten. Die Hauptursachen dafür sind Bewegungsmangel und ein überwiegend sitzender Lebensstil. Was sind Haltungsschäden? Dabei handelt es sich um Veränderungen der Stellung von Wirbelsäule, Becken, Brustkorb und Gliedmaßen, die das natürliche Zusammenspiel von Spannungen und Kräften im Körper während der Bewegung stören. Um ihnen vorzubeugen, sollte man vor allem auf Prävention setzen. Regelmäßig ausgeführte und richtig ausgewählte Übungen können ebenfalls helfen.

Richtige Körperhaltung – wie sieht sie aus?

Obwohl es kein offiziell festgelegtes Modell für die perfekte Körperhaltung gibt, sollte eine gesunde Haltung einige wichtige Merkmale aufweisen:

  • Der Kopf sollte gerade über dem Brustkorb positioniert sein.
  • Die Schultern dürfen nicht nach vorne gezogen sein und sollten sich auf gleicher Höhe befinden.
  • Die Schulterblätter sollten flach am Brustkorb anliegen und nicht abstehen.
  • Die unteren Winkel der Schulterblätter sollten auf derselben Linie liegen.
  • Die Taille sollte auf beiden Seiten gleichmäßig geformt sein.
  • Der Bauch sollte flach sein und der Brustkorb gut geformt sowie symmetrisch wirken.
  • Erlaubt sind nur leicht ausgeprägte natürliche Krümmungen der Wirbelsäule (Kyphose und Lordose).

Vorbeugung von Haltungsschäden

Die wichtigsten Grundlagen der Vorbeugung:

falls notwendig, mit korrigierender Gymnastik zu Hause beginnen, da der Sportunterricht allein möglicherweise nicht ausreicht.

Dem Kind eine richtige Körperhaltung beim Spielen und Lernen beibringen,

für geeignete Lernbedingungen sorgen (passende Höhe von Schreibtisch und Stuhl),

auf eine ausgewogene Ernährung achten (sowohl ein Mangel als auch ein Überschuss an Kalorien kann schädlich sein),

ausreichend Bewegung ermöglichen (z. B. Bewegungsspiele und aktive Freizeitgestaltung),

darauf achten, dass sitzende Tätigkeiten nur eine Form der Erholung darstellen,

vermeiden, dass das Kind durch Schule und Lernen überlastet wird,

auf ausreichend Schlaf und gute Schlafqualität achten (eine bequeme Matratze und ein passendes Bett sind wichtig),

bequeme Kleidung und Schuhe wählen, die die Bewegungsfreiheit nicht einschränken.

Beispielübungen für Kinder

  • Für diese Übung werden zwei Bücher mit festen Einbänden benötigt. Eines wird auf den Kopf des Kindes gelegt, das andere auf den eigenen Kopf. Ziel ist es, möglichst schnell in einen anderen Raum zu gelangen, ohne dass das Buch herunterfällt. Gewinner ist, wer zuerst ankommt. Das Spiel kann mehrmals wiederholt werden.
  • Das Kind sollte sich auf die Fersen setzen und sich tief nach vorne beugen, ohne das Gesäß von den Fersen abzuheben. Die Arme sollen so weit wie möglich nach vorne ausgestreckt werden, während beispielsweise ein Bleistift auf den Boden gelegt wird. Diese Übung sollte fünf bis zehn Mal wiederholt werden. Idealerweise wird der Bleistift jedes Mal etwas weiter entfernt platziert. Danach können die Rollen getauscht werden – der Elternteil übt und das Kind beobachtet die Fortschritte.
  • Ein Besenstiel sollte mit beiden Händen gehalten und hinter den Rücken gelegt werden, sodass er auf beiden Schulterblättern aufliegt. Es lohnt sich, Lieblingsmusik einzuschalten und gemeinsam mit den Stäben zu tanzen. Wer die kreativsten und abwechslungsreichsten Tanzschritte macht, gewinnt.

Korrekturübungen – ausgewählte Beispiele

Dies sind Beispiele für Übungen, die auf bestimmte Haltungsschäden abgestimmt sind. Es empfiehlt sich immer, diese mit einem Physiotherapeuten oder Facharzt abzusprechen.

Rundrücken

Man legt sich auf den Bauch, zum Beispiel auf eine Gymnastikmatte. Die Arme werden seitlich wie Flügel angeordnet, die Beine bleiben gestreckt und liegen auf dem Boden auf. Die Übung besteht darin, Unterarme und Oberkörper anzuheben. Der Kopf sollte dabei nach unten gerichtet sein und die Schulterblätter müssen zusammengedrückt werden. Diese Position sollte mindestens 8–10 Sekunden gehalten werden. Die Übung wird 10–15 Mal wiederholt.

Flachrücken

Die Ausgangsposition ist der Vierfüßlerstand. Die Knie sollten hüftbreit auseinanderstehen, die Hände schulterbreit auf dem Boden aufliegen. Nun wird ein Katzenbuckel gemacht und diese Position etwa 5 Sekunden gehalten. Danach entspannt man sich und biegt die Wirbelsäule in die entgegengesetzte Richtung. Die Übung sollte 15 Mal wiederholt werden.

Hohlkreuz

Man legt sich auf den Rücken und positioniert die Arme seitlich wie Flügel. Die Beine werden so an die Wand gestellt, dass sie zusammen mit dem Boden einen Winkel von etwa 40 Grad bilden. Die Übung besteht aus sogenannten vertikalen Scherenschlägen – die Beine werden leicht von der Wand abgehoben und abwechselnd bewegt. Die optimale Dauer beträgt 10–15 Sekunden bei zehn Wiederholungen.

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